Lebenslauf und wissenschaftlicher WerdegangJoachim Bauer
Universitäts-Professor Dr. med. Joachim Bauer, geb. 21. 10. 1951 in Tübingen (Baden-Württemberg), machte sein Abitur am humanistischen Karlsgymnasium in Stuttgart. Nach seinem Medizinstudium in Freiburg (Breisgau) und Promotion zum Dr. med. begann Bauer zunächst mit seiner ärztlichen Ausbildung und arbeitete zwei Jahre als Assistenzarzt mit Schwerpunkt im Bereich Akut- und Notfallmedizin (Rheinische Landesklinik Köln-Merheim, Lorettokrankenhaus Freiburg i. Br. und Herzzentrum Bad Krozingen ). Die Grundlage für seine biochemische und molekulare Forschungstätigkeit legte Joachim Bauer während einer zweijährigen „Postdoc“-Zeit von 1980 bis 1982 als wissenschaftlicher Assistent am Biochemischen Institut der Universität Freiburg, das seinerzeit von Prof. Karl Decker (einem Schüler des Nobelpreisträgers Feodor Lynen) geleitet wurde. Bauer war Mitglied einer von Prof. Peter C. Heinrich geleiteten Arbeitsgruppe und beschäftigte sich in dieser Zeit mit der Regulation der Gene von Entzündungs-Eiweißen (so genannten Akutphase-Proteinen) sowie mit Botenstoffen des Immunsystems (so genannten Zytokinen). Im Jahre 1983 wechselte Joachim Bauer in die klinische Arbeitsgruppe von Prof. Wolfgang Gerok (ein Schüler des Nobelpreisträgers Adolf Butenandt), damals Ärztlicher Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg, wo er seine internistische Facharztausbildung abschloss und im Jahre 1990 für das Fach Innere Medizin habilitierte. Während seiner gesamten ärztlichen Ausbildung leitete Bauer weiterhin ein Forschungslabor und wirkte als Projektleiter in mehreren Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit. Nach einem kürzeren ersten Forschungsaufenthalt, der ihn in verschiedene renommierte US-Labors führte, war Bauer von 1988 bis 1989 mit Unterstützung eines Forschungsstipendiums der DFG für ein Jahr in New York City am Mount Sinai Medical Center in der Arbeitsgruppe von Prof. George Acs als „Research Associate “ tätig. Zunehmendes Interesse für die molekularen und klinischen Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Körper waren der Grund, dass Joachim Bauer nach abgeschlossener internistischer Facharztausbildung 1990 innerhalb des Uniklinikums Freiburg in die Abteilung Allgemeine Psychiatrie zu Prof. Mathias Berger wechselte, wo er nicht nur die Möglichkeit hatte, eine zweite Facharztausbildung zu durchlaufen, sondern wo er neurobiologische Labors und eine eigene Forschungsgruppe aufbaute. Bauer war während seiner Tätigkeit an der Abt. Allgemeine Psychiatrie u. a. Leiter eines Teilprojektes in einem neurowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich der DFG. Im Jahre 1992 erhielt Joachim Bauer den Ruf auf eine C3-Universitätsprofessur für Psychoneuroimmunologie am Uniklinikum Freiburg. Bauer habilitierte ein zweites Mal, diesmal für das Fach Psychiatrie. Für die Entdeckung der Beteiligung von Immunbotenstoffen an der Alzheimer-Erkrankung bekam Joachim Bauer 1996 den Organon-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie (DGBP) verliehen. Klinisch war Bauer auf verschiedenen Stationen der Abteilung Psychiatrie als Arzt, später als Oberarzt tätig. Bis zu seinem Wechsel in die Abteilung Psychosomatische Medizin im Jahre 2000 war Bauer mehrere Jahre oberärztlicher Leiter der Ambulanz der Abteilung Psychiatrie. In seiner Zeit an der Abteilung Allgemeine Psychiatrie förderte Prof. Joachim Bauer zahlreiche junge Kollegen. Zu Bauers Arbeitsgruppe an der Abteilung Allgemeine Psychiatrie gehörte u. a. Dr. Klaus Lieb (später Professor und Leitender Oberarzt der Abteilung, inzwischen Ärztlicher Direktor der Abt. Psychiatrie am Uniklinikum Mainz), Dr. Michael Hüll (mittlerweile Professor und Leiter der Gedächtnisambulanz am Uniklinikum Freiburg) und Dr. Bernd Fiebich. Mit Lieb, Hüll und Fiebich entstanden zahlreiche, in hochrangigen internationalen Zeitschriften publizierte wissenschaftliche Arbeiten. Zu den zahlreichen Doktoranden/innen von Prof. Joachim Bauer an der Abt. Allgemeine Psychiatrie zählte in den 90er Jahren u. a. Ludger Tebartz van Elst (er wurde später Professor und Leitender Oberarzt der Abteilung). Im Jahre 2000 wechselte Joachim Bauer zu Prof. Michael Wirsching (ein früherer Schüler von Helm Stierlin und Horst-Eberhard Richter) in die Abteilung Psychosomatische Medizin, wo er seither bis zum heutigen Tag als Oberarzt tätig ist und von 2000 bis 2010 die Ambulanz der Abteilung leitete. Wissenschaftlich und in seiner Tätigkeit als Arzt beschäftigt sich Bauer seither mit klinischen Aspekten der Depression, mit Angsterkrankungen, mit psychosomatischen Erkrankungen, mit Trauma-Folgekrankheiten (Posttraumatische Belastungsstörung) sowie mit dem Burnout-Syndrom. Bauer ist ausgebildeter Psychotherapeut mit Anerkennung in beiden psychotherapeutischen Hauptmethoden (psychodynamische Psychotherapie als auch Verhaltenstherapie). Prof. Joachim Bauer leitete von 2004 bis 2008 ein großes, von der Bundesregierung (Bundesanstalt für Arbeitsmedizin, Berlin) unterstütztes Forschungsprojekt, welches sich mit Fragen der seelischen und körperlichen Gesundheit in der Schule (insbesondere mit der Lehrergesundheit) befasste. Bauer ist wiss. Leiter eines „Institutes für Gesundheit in pädagogischen Berufen“ (IGP), angesiedelt beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in München. Im Bereich Lehrergesundheit führt Bauer derzeit Projekte durch, die von Landesregierung Baden-Württemberg, von der Max-Traeger-Stiftung sowie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt werden. 2011 wurde Prof. Joachim Bauer vom Kultusministerium Baden-Württemberg mit der Durchführung einer landesweiten Gesundheitspräventionsmaßnahme für schulische Lehrkräfte betraut. Von Januar 2009 bis Dezember 2010 übernahm Prof. Joachim Bauer - zusätzlich zu seinen Aufgaben in der Abteilung Psychosomatische Medizin des Uniklinikums Freiburg - als Ärztlicher Direktor für zwei Jahre die Leitung der Hochgrat-Klinik, einer psychosomatischen Fachklinik. Bitte und Auftrag des Klinikträgers war, die Klinik wissenschaftlich und klinisch weiterzuentwickeln. Die Tätigkeit an der Hochgrat-Klinik war sehr erfolgreich, die Entwicklungsziele der Klinik waren Ende 2010 in vollem Umfang erreicht (siehe Tätigkeitsbericht). Prof. Bauer blieb der Hochgrat-Klinik seither eng verbunden, Anfang 2011 übernahm er als ehrenamtlicher Wissenschaftlicher Direktor die Leitung der von ihm aufgebauten, an die Hochgrat-Klinik angegliederten Dr.-Georg-Reisach-Akademie. Prof. Joachim Bauer hat über 100 wissenschaftliche Fachartikel publiziert, die überwiegend in international anerkannten englischsprachigen Fachzeitschriften erschienen sind (eine Zusammenstellung der Arbeiten findet sich im Anhang des Buches "Das kooperative Gen", Hoffmann und Campe 2008). In verschiedenen Buchpublikationen fasste Bauer zusammen, was im Laufe der Jahre zum Schwerpunkt seiner Arbeit als Arzt und Forscher wurde: Wie lassen sich Erkenntnisse, die sich in den letzten Jahren aus der Genforschung sowie aus der Hirnforschung ergeben haben, für die klinische Tätigkeit des Arztes, aber auch für den ganz normalen Alltag des Menschen nutzbar machen. Im Zentrum steht für Bauer dabei die Frage: Welche Bedeutung haben Lebensstile, zwischenmenschliche Beziehungserfahrungen , aber auch die Art, wie wir selbst Beziehungen gestalten, auf die biologischen Abläufe – und damit auf die Gesundheit – unseres Körpers. Stand 2011 |
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